Sonntag, 19. November 2017

um Rumkugeln rumkugeln...


Rumkugeln gehen immer... nicht nur in der Weihnachtszeit! 

Mit Kuchenresten sind sie besondern schnell gemacht und können unter Blitzrezept eingeordnet werden, soferne der Kuchen bereits gebacken ist ;-)


Rumkugeln mit Kuchenresten
(für ca. 20 Kugerl)

  • 200 g Kuchenreste
  • 1 - 2 EL echten Kakao (je nach Kuchenart)
  • Inländer-Rum nach Geschmack (Ersatz Orangensaft)
  • ca. 3-4 EL Orangenmarmelade nach Bedarf (oder eine beliebige andere Marmelade)
  • optional gemahlene Nüsse zum Binden
  • Kokosflocken zum Wälzen


Die Kuchenreste zerbröseln, am besten geht das mit den Fingern.
Die Zutaten gut einrühren - verwendet man einen Schokoladekuchen, dann kommt nur wenig Kakao dazu, bei einem hellen Kuchen dementsprechend mehr Kakao. 
So viel Marmelade einrühren, dass eine formbare, aber nicht zu weiche Masse entsteht. Ist die Masse doch zu weich geworden, eignen sich auch gemahlene Nüsse zum Binden.
Abschmecken, eventuell nachzuckern.
Die Masse kurz ziehen lassen, Kugerl formen und in den Kokosflocken wälzen.


Die Kugerl sind auch eine ideale Restlverwertung, wenn wieder einmal - so wie bei uns - Kuchen übrig geblieben oder schon etwas hart geworden ist.


Rumkugeln werden auch in solchen Situationen gern gegessen... das wird meine Küche in der neuen Wohnung, irgendwann, aber noch im heurigen Jahr! Ich freue mich schon darauf!



Freitag, 10. November 2017

Fliederbaum blüht auch im Herbst



Scharf beobachtet von dem Eichkatzerl auf dem schon kahlen Baum konnte ich gestern in Wien eine jahrszeitliche Seltenheit fotografieren:


Der Flieder blüht!!

Oft sieht man blühende Kastanienbäume im Herbst, aber ein blühenden Fliederbaum im November ist mir noch nie aufgefallen. Schön, oder? Welche jahrszeitlich unpassenden Blüten gibt es bei euch?



Sonntag, 5. November 2017

eine "wilde" Herbst-Lasagne mit Reh und Preiselbeeren

(pixabay)

Lasagne einmal anders...
Eine interessante Wild-Lasagne habe ich vor einiger Zeit in einem Restaurant in Wien gegessen und mich auf die Suche nach einem Rezept gemacht. Von Sissy Sonnleitner aus Kärnten (klick) fand ich eine Hirsch-Lasagne, an die ich mich hier ein wenig angelehnt habe (Karnische Aromen, 2005).

Als Ersatz für Wild geht ohne weiteres auch faschiertes Rindfleisch / Hackfleisch, finde ich, aber auf Wildart mit Wildgewürzen und Preiselbeermarmelade. Ich habe die Lasagne einmal mit Reh und einmal mit Rind gekocht, beides ausgezeichnet!

Preiselbeeren oder "Granten" in Kärnten 

Wild-Lasagne 
(für eine Form mit ca. 26x18 cm oder ca. 3 Personen)
Sugo:
  • 400 g faschiertes Kleinfleisch von beliebigem Wild (z.B. Reh-, Hirsch-, Wildschwein-Gulaschfleisch, Ersatz Rind)
  • 2 Zwiebeln
  • etwas Wurzelgemüse (Karotte, gelbe Rübe, Sellerieknolle), würfelig geschnitten
  • Knoblauchzehen
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1/2 Fl. kräftigen Rotwein
  • Salz und schwarzer Pfeffer
  • Thymian und eine Wildgewürz-Mischung
  • optional ein paar Wacholderbeeren, zerdrückt
  • 1 EL Preiselbeermarmelade zum Abschmecken
  • optional getrocknete, grob gemahlene Steinpilze zum Abschmecken
  • eine Handvoll gehackte Petersilie
Bechamel-Sauce:
  • 50 g Butter
  • 50 g Mehl
  • 500 ml Milch
  • Salz, Pfeffer
  • etwas Preiselbeer- oder Cranberry Direktsaft (nicht stark gesüßt) für Geschmack und rosa Farbe
(Dinkel-) Lasagneblätter und ein wenig geriebener Parmesan

Für das Sugo Zwiebel, Gemüse und faschiertes (durch den Wolf gedrehtes) Wildfleisch anrösten, das Tomatenmark kurz mitrösten und mit Rotwein aufgießen. Den Rotwein ein bisschen einreduzieren lassen, würzen und zugedeckt köcheln lassen. Mit Preiselbeermarmelade nach Geschmack abschmecken.
Eine Bechamel-Sauce zubereiten (Butter zerlassen, Mehl einrühren, aufgießen, gut verkochen lassen) und diese mit etwas Saft, der nicht allzu gesüßt sein soll, verfeinern. Alternativ kann man den Saft mit Rotwein strecken.

Sugo, Bechamel und Lasagneblätter in zwei Schichten in die Form legen, zu unterst immer etwas Sugo, obenauf die Bechamel-Sauce und diese locker mit Parmesan bestreuen. Die Lasagne im vorgeheizten Rohr bei 180°C etwa eine halbe Stunde überbacken.


oben: Wildsugo und Preiselbeer-Bechamel
unten: mit wenig Käse bestreut bereit zum Überbacken

Von der fertigen Lasagne gibt es kein Foto, weil sie eigentlich unfotografierbar ist, ugly food ;-)  Sie kommt optisch sehr dunkel daher durch die dunkelbraunen Dinkel-Teigblätter, das Wildsugo mit dem Rotwein und die altrosa Bechamelsauce. Den Geschmack jedoch fanden wir sensationell durch das saftige Wildsugo und die Preiselbeeren!
Kocht man das Wildsugo eher trocken und weniger saftig, passt sehr gut eine zusätzliche bzw. extra gekochte Sauce dazu, wie zum Beispiel eine Preiselbeer- (Cumberland-) oder Steinpilz-Sauce (ich habe diesmal darauf verzichtet).

Insgesamt große Empfehlung für diese Herbst-Wild-Lasagne!



Herbst in den Bergen Niederösterreichs, gestern durchwandert bei Payerbach-Reichenau



einen schöne Herbst-Sonntag! 



Mittwoch, 1. November 2017

"kremšnita" schnell und einfach


Cremeschnitten (links) und Gibanica (rechts) sind jedes Mal ein Muss für uns, wenn wir sie in Slowenien oder Kroatien in einem Lokal angeboten sehen. Vor allem den Cremeschnitten bin ich "verfallen" und kann selten widerstehen ;-)  

(Der slowenische "Vierlingsstrudel" Gibanica hat seinen Namen nach den 4 unterschiedlichen Schichten Apfel, Nuss, Mohn und Topfen/Quark, die jeweils durch Strudelteigblätter getrennt sind. Vielleicht demnächst hier, ich möchte Gibanica schon lange einmal selbst backen.)

Die Cremeschnitte besteht aus einer Vanillepuddingcreme und einer Schlagobers-Schichte, die mehr oder weniger dick sein kann, der Blätterteig ist nur angezuckert. Sie hat von Bled aus ihren Siegeszug angetreten - in der kleinen slowenischen Stadt Bled am gleichnamigen See hat Konditormeister Ištvan Lukačevič in den 1950-er Jahren ein altes Rezept verfeinert und bekannt gemacht. Seither wurden dort sagenhafte 12 Millionen Cremeschnitten verkauft.

gesehen, gern gegessen und auch nach Hause mitgenommen aus Krk und Losinj

Es gibt die herrliche kremšnita oder kremna rezina nach Bleder Rezept so ziemlich überall in Kroatien und in Slowenien. Sie selbst herzustellen ist gar keine Hexerei und relativ schnell fertig, auch sind die Kalorien eher vernachlässigbar ;-)  weil es sich ja hauptsächlich um Pudding handelt, oder?

Da diese Cremeschnitten oft quadratisch oder rechteckig sind, bräuchte man eigentlich einen eckigen Backrahmen, um die Creme bis zum Festwerden in Form zu halten. Ich besitze leider weder einen solchen Backrahmen noch den Platz dafür in meiner Küche, also muss frau sich anders behelfen!

mit Dinkel-Blätterteig wird´s dunkler,
diesen Blätterteig habe ich offen (und nicht blind) gebacken, daher ist er nicht schön eben

Für den "Hausgebrauch" genügt grundsätzlich eine rechteckige Back- oder Glasform, die von der Größe und Höhe her geeignet ist. Ich schneide den fertig gebackenen Blätterteig für den Boden und den Deckel portionsweise vor und verstreiche die noch warme Vanillecreme und die Obersschichte in die Form. Im Kühlschrank wird alles schön fest und kann dann sehr einfach portioniert werden. Das Resultat ist optisch natürlich nicht so exakt wie in einer Slaščičarna, aber dem Genuss tut das keinen Abbruch - im Gegenteil, denn bei Selbst-Hergestelltem weiß ich genau, was drin ist!  

Für das Rezept habe ich einmal quer durch das www gesucht. Immer wird Puddingpulver aus dem Packerl für die Creme verwendet, das muss überhaupt nicht sein - mit einem selbstgemachtem Pudding schmeckt die Fülle noch besser! Den oft hohen Zuckeranteil habe ich in meinem Rezept bereits reduziert. Den Blätterteig könnte man natürlich auch selbst machen, ich bin aber mit dem handelsüblichen bio Blätterteig sehr zufrieden.

Cremeschnitte mit blind gebackenem Blätterteig

meine kremšnita
(für 6 Cremeschnitten)

1 P. bio (Dinkel-) Blätterteig oder selbst gemachter Blätterteig

Puddingcreme:
600 ml Milch
120 g Kristallzucker
1 Vanilleschote
70 g Stärkemehl (Maizena)
3 Eier getrennt
1 Prise Salz
optional 1 EL Inländer-Rum

Obers-Schichte:
200 ml Schlagobers/flüssige Sahne
1 EL Zucker
1 P. Sahnesteif

Das Rohr auf 180°C vorheizen, den Blätterteig auf einem Blech mit einer Gabel mehrmals einstechen und ca. 10 - 15 Minuten hell backen. Entweder offen backen oder blind backen, d.h. Backpapier obenauf legen und eher schwere, getrocknete Hülsenfrüchte (Bohnen) drauflegen. Die Backzeit verlängert sich dabei etwas. Auskühlen lassen.

Für die Creme wird ein dicker Pudding gekocht. Dafür den Großteil der Milch mit Zucker, Mark und ausgekratzter Vanilleschote erhitzen. Den Herd abdrehen und etwa 15 Minuten ziehen lassen, die Vanilleschote dann entfernen. Die Milch wieder erhitzen und aufkochen lassen.
Die restliche Milch mit Stärkemehl, den Eidottern und Rum vermischen und in die Milch einrühren. Wenn der Pudding eindickt den Herd abdrehen, kurz glattrühren und zugedeckt kurze Zeit auskühlen lassen. Eiklar mit Salz zu Schnee schlagen und in den noch warmen, aber nicht mehr so heißen, Pudding einrühren.

Das Obers schlagen und dabei Zucker und Sahnesteif einrieseln lassen.

Fertigstellen:
  1. Eine geeignete eckige Form (bzw. wenn vorhanden einen eckigen Backrahmen) bereitstellen.
  2. Den Blätterteig für Boden und Deckel zurechtschneiden, in meinem Fall 12 Rechtecke.
  3. Sechs Stücke nebeneinander als Boden in die Form legen, die Puddingcreme drauf verteilen, glattstreichen und kurz überkühlen lassen. Das geschlagene Obers obenauf schön verstreichen. Die restlichen (und schönsten) 6 Blätterteigstücke anzuckern und drauflegen.
  4. Die Form mindestens 1 Stunde, besser länger, in den Kühlschrank stellen und die Fülle fest werden lassen.
Die einzelnen Cremeschnitten lassen sich nun sehr schön portionieren und herausnehmen.


Das war´s! So schnell sind Cremeschnitten fertig und man kann von unseren südlichen Sehnsuchts-Ländern träumen ;-)


Das war vor genau einem Jahr am 1. November, dem Allerheiligen-Tag auf Krk... was seht ihr, wenn ihr heute aus dem Fenster schaut?



Samstag, 28. Oktober 2017

Himmelsbilder von der Tiroler Alm und ein alter Ofen

 

Im Tiroler Dreiländereck (mit Südtirol und der Schweiz), wo wir vor mittlerweile einer Woche ein paar Berberitzen gesammelt haben (klick), kamen wir auch an dieser sehr idyllischen Alm vorbei. Die Kühe waren längst wieder im Tal in ihren Ställen und die Hütten winterfest verschlossen. Wir konnten dort eine zeitlang in der warmen Sonne sitzen und die einsame Ruhe genießen, herrlich!

(Selbstverständlich haben wir, wie immer in den Bergen, unseren Müll wie Mandarinenschalen, Papierln etc. wieder eingepackt und mitgenommen!) 


Hier blickt man Richtung Silvretta-Gruppe und in einen noch blauen Himmel. Die dekorativen Schleierwolken kündigten aber bereits den Wetterumschwung an und am nächsten Tag fiel hier in Nauders bereits Schnee. 


Vor der älteren der beiden Hütten stand dieser Holzofen, mit Steinplatten geschützt. Ob hier draußen im Sommer gekocht oder an kalten Abenden eingeheizt wird? Das stelle ich mir schön vor, allerdings fiel mit kein Ofenrohr auf....


Der passt doch perfekt in meine Bilder-Sammlung von solchen alten Öfen! Ein anderes Mal zeige ich euch mehr davon, ich habe erst heuer zu sammeln begonnen.




Meine Himmelsbilder schicke ich nun zu Katja, der Raumfee, für "in heaven Nr. 263" und freue mich sehr, dass sie ihre Sammlung wieder aufgenommen hat!


ein schönes Wochenende! 



Donnerstag, 26. Oktober 2017

Alpenberberitze trifft Rosenreis


Letzten Samstag in den Tiroler Bergen... herbstlich verfärbte Lärchen strahlen im Sonnenschein! 



Hier oberhalb von Nauders im Dreiländereck (Ö-Italien-Schweiz) auf 1400 Meter Höhe sah ich schon von weitem mehrere leuchtend rote Sträucher - Berberitzen! Eine Handvoll der schönsten Beeren musste mit nach Wien reisen, wo ich sie dann im leicht geöffneten Rohr bei 50°C einige Zeit trocknen ließ.


Getrocknete Berberitzen (Achtung, mit Ausnahme der Beeren ist die Pflanze giftig!) 

Die Beeren der Berberitze oder Sauerdorn sind sehr vitaminreich, schmecken säuerlich und werden oder eher wurden früher bei uns traditionell zu Mus oder Marmelade verkocht. Ich habe die Marmelade leider noch nie gegessen und nicht einmal in einem Bauernmarkt jemals gesehen, es ist sicher eine Heidenarbeit, dafür die kleinen Beeren zu pflücken und zu verarbeiten.
Der Iran ist heute das Hauptanbaugebiet der Berberitze und dort wandert sie meist in Reisgerichte.

Meine Inspiration für den Reis mit getrockneten Rosenblüten und Berberitzen mit Faschiertem/Hackfleisch mit Mandeln kommt von Wili (Wiltrud) von hier. Ich habe das Gericht schon öfter gekocht und variiert, auch mit 2 Schichten Reis etc. Das Reiskochen selbst stammt 1:1 vom Originalrezept.



Rosenreis mit Berberitzen, faschiertem Fleisch und Mandeln
für 3 - 4 Personen

Reis:

  • 220 g Basmati-Reis
  • Salz
  • 1 TL Butter
  • 1-2 große Kartoffeln
  • etwas Olivenöl
  • 1 Handvoll getrocknete Berberitzen

  • insgesamt 1 - 2 EL getrocknete Rosenblüten bzw. Knospen, nicht zu fein gemahlen oder gemörsert, für Reis und Fleisch und zum Bestreuen

Faschiertes/Hackfleisch:
  • ca. 300 g Faschiertes/Hackfleisch vom Rind
  • 1 Zwiebel
  • 1 große Karotte
  • Knoblauch nach Belieben, hier 4 Zehen
  • Salz, Pfeffer, Kurkuma
  • 1 TL Paradeismark/Tomatenmark
  • 1 Handvoll blanchierte Mandeln
  • ein wenig Rosenblüten, siehe oben

Mit dem Vorbereiten des Reises beginnen, mindestens 30 Minuten vor dem Kochen bzw. idealerweise am Vortag: 
  1. Reis in einem engmaschigen Sieb mit kaltem Wasser spülen, bis das Wasser klar ist, 
  2. Reis in einer Schüssel mit kaltem Wasser und ca. 1 EL Salz quellen lassen, mind. 30 Minuten oder über Nacht, dann das Wasser abgießen. 
  3. In einem Topf reichlich Wasser (mind. doppelt soviel wie Reis) mit Salz und Butter aufkochen und den Reis wenige Minuten al dente kochen. 
  4. Reis durch ein Sieb abgießen und mit kaltem Wasser spülen, sonst gart er weiter. Beiseite stellen. Nun kann der so vorbereitete Reis für viele orientalische Reisgerichte verwendet werden. 
Für das Reisgericht eignet sich am besten ein eher breiter Topf mit gut schließendem Deckel - bitte bedenken, dass das Gericht zum Schluss auf eine große Platte gestürzt werden soll.


Die Kartoffeln schälen und in knapp 1 cm dicke Scheiben schneiden. Den Boden des Topfes mit etwas Öl und Wasser benetzen und die Kartoffelscheiben nebeneinander schön einschlichten. Ein wenig salzen. Darauf kommt der Reis, der locker mit den Berberitzen und Rosenblüten vermischt wird. 

links: Reis mit Berberitzen und Rosenblüten, rechts: obenauf die Fleisch-Schichte mit Faschiertem/Hackfleisch

Für die Fleisch-Schichte mit Faschiertem/Hackfleisch wird in einer Pfanne die würfelig geschnittene Zwiebel mit Knoblauch und Karottenwürfeln angebraten und das faschierte Fleisch mitgebraten. Paradeismark, Gewürze und Mandeln beifügen, wenn nötig mit ganz wenig Wasser aufgießen und schmurgeln lassen. Zum Schluss wird mit Rosenblüten abgeschmeckt und alles auf den Reis verteilt.

Den Topf zudecken und dabei den Deckel entweder mit einem Geschirrtuch oder einer Küchenrolle abdichten, den Deckel bis zum Schluss nicht abnehmen. Den Herd aufdrehen, dann zurückschalten und das Gericht 30 - 40 Minuten bei geringer Hitze dämpfen. Idealerweise sind die Kartoffeln dann gegart und haben eine knusprige Schicht und das Gericht lässt sich gut auf eine große Platte stürzen. Servieren mit etwas Naturjoghurt und mit den restlichen Rosenblüten bestreut. Auch ein Pesto passt gut dazu.


~~~

Bei Wili könnt ihr sehen, wie der gestürzte Rosenreis im Idealfall aussehen soll (klick). Es braucht meist mehrere "Versuchsreihen", bis man am eigenen Herd die richtige Temperatur, Garzeit und den richtigen Kochtopf dafür herausgefunden hat ;-)

Geschmacklich ist dieses Reisgericht für uns immer ein Highlight und die säuerlichen Tiroler Berberitzen gaben diesmal den richtigen Kick!  


einen schönen Nationalfeiertag! 


Pflückt ihr Berberitzen? Habt ihr Berberitzen jemals eingekocht?



Sonntag, 15. Oktober 2017

heimisches Superfood Leinsamen-Schokocreme


Leinsamen schlägt Chiasamen! 

Heute war Wahltag in Österreich. Mein Spitzenkandidat unter dem einheimischen "Superfood" ist eindeutig der Leinsamen (Info). Er verspricht umfangreiche Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe, ungesättigte Fettsäuren, Proteine und "Lignane", die den Hormonhaushalt (zum Beispiel von Frauen in den Wechseljahren) günstig beeinflussen können. Der heimische Leinsamen hält seine Versprechungen und am besten gefällt mir eine Koalition zwischen Leinsamen und Schokolade oder Kakao, wobei bitte die Farbe jetzt keine politische Aussage sein soll!

Lein / Flachs im Waldviertel im Sommer 2016
(ich hoffe, ich irre mich nicht, aber die Blütenfarbe tät´stimmen)

Der "Gemeine Lein" oder Flachs (Linum usitatissimum), der so schön hellblau-lila blüht, ist eine uralte Kulturpflanze und kam bereits vor 7000 Jahren nach Mitteleuropa. Es gibt vereinfacht gesagt Faser-Lein (aus dem dann Leinen gewebt wird) und Öl-Lein. Von beiden können die Samen verwendet werden. 

Leinsamen können helfen bei Verdauungsbeschwerden, sind entzündungshemmend, senken den Cholesterinspiegel, stärken das Immunsystem... Aber Achtung, wer an Leinsamen (noch) nicht gewöhnt ist, muss bitte unbedingt mit kleinen Mengen anfangen, um die Verdauung nicht zu behindern! Dabei immer auf genügend Flüssigkeitszufuhr achten!



Eine Schokocreme oder Pudding mit Leinsamen ist die einfachste Sache der Welt, wird nicht gekocht und kann sehr vielseitig mit frischen oder getrockneten Früchten gemischt werden. Mit Bananen schmeckt sie mir am besten. Manche verwenden Pflanzenmilch statt Wasser und zum Süßen passen Sirupe aller Art (Dattel, Ahorn, Agaven....) oder entkernte Datteln oder einfach Zucker. Der Pudding kann somit völlig vegan oder mit Kuhmilch und Honig zubereitet werden.

 
Leinsamen-Schokocreme (vegan)

20 g Leinsamen ganz
ca. 100 ml Wasser
2 TL echten Kakao
1 Banane
zum Süßen entweder 4 Datteln oder (Dattel-) Sirup oder Zucker
optional etwas Zimt

Der Leinsamen wird etwa 3 Stunden in lauwarmem Wasser gequollen und im Zerkleinerer gemixt. Dabei die Masse immer wieder vom Rand nach unten schieben. 
Die restlichen Zutaten mitmixen und nach Belieben süßen. 
Die Creme kühl stellen und noch etwas durchziehen lassen. 

Creme auf herbstlichen Kompottbirnen
(Fallobstverwertung)
Leinsamen sollte man besser als ganzes Korn und nicht geschrotet kaufen, dann hält er länger und wird nicht so schnell ranzig. Vor dem Verzehr und um an die wertvollen Inhaltsstoffe zu kommen, wird er geschrotet oder gemahlen.


Danke an Sina, die giftige Blonde, und Christina, die Apricot-Lady, für das interessante Blogevent, das noch bis Ende Oktober läuft.